
20.03.26 –
Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN schlägt die Einführung einer „Stillen Stunde“ in Lichtenberg vor. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) stimmt diesem Antrag mehrheitlich zu, gegen die Stimmen von den Fraktionen CDU und AfD. Auch die bündnisgrünen Anträge „Lichtenberg krisenfest machen – Katastrophenschutz wirksam stärken“ , „Versorgung und Begegnung im Mühlengrund stärken“ und „ Transparenz und Beteiligung beim Bibliotheksstandort Neu-Hohenschönhausen“wurden mehrheitlich angenommen.
Bei der Stillen Stunde im Einzelhandel werden für einen bestimmten Zeitraum Reize reduziert: Licht wird gedimmt, es gibt keine Durchsagen oder Musik, keine lauten Gespräche und keine aktiven Displays. Es ist ein freiwilliges Angebot, das vielerorts sehr erfolgreich umgesetzt und angenommen wird. Es kommt allen zugute, besonders aber Menschen im neurodiversen Spektrum, Menschen mit Angst- und Panikstörungen oder mit Demenz.
„Während viele von uns Reize ausblenden können, verarbeitet das Gehirn betroffener Menschen Geräusche, Licht und Bewegungen dauerhaft und ungefiltert. Beim Einkaufen bedeutet das, dass sie sich nicht nur auf das Einkaufen konzentrieren, sondern gleichzeitig auf alle Sinneseindrücke um sie herum. Das kostet enorm viel Energie.“, erklärt Leonie Köhler, bündnisgrüne Sprecherin für Soziales und Gesundheit. „Die Folge ist, dass Betroffene viel häufiger abwägen müssen: Gehe ich heute raus? Kann ich einkaufen gehen? Kann ich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen?“
Um gesellschaftliche Teilhabe für alle zu gewährleisten, haben viele Geschäfte, aber auch schon Bäderbetriebe und sogar Weihnachtsmärkte im ganzen Bundesgebiet Stille Stunden eingeführt. Auch Lichtenberg kann auf diese einfache und niedrigschwellige Weise zu einem noch inklusiveren Bezirk werden.
Weitere Informationen im beschlossenen Antrag: https://gruene-fraktion-lichtenberg.de/bvv/antraege/news-detail/stille-stunden-im-lauten-berlin
Die BVV beschloss den Antrag der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKE und SPD „Lichtenberg krisenfest machen – Katastrophenschutz wirksam stärken“. Der Anschlag auf das Stromnetz im Südwesten Berlins zu Beginn dieses Jahres hat nicht nur deutlich gemacht, wie verwundbar die kritische Infrastruktur ist, sondern auch, dass eine Stärkung des bezirklichen Katastrophenschutzes dringend notwendig ist. Der Antrag fordert, dass der Bezirk in die Lage versetzt wird, schnell und präzise auf Großschadenslagen zu reagieren und die dann notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Abstimmungswege, Notfallpläne und Ressourcen müssen überprüft werden. Dazu gehört auch, dass der Senat die notwendigen Mittel bereitstellt.
Weitere Informationen im beschlossenen Antrag: https://gruene-fraktion-lichtenberg.de/bvv/antraege/news-detail/lichtenberg-krisenfest-machen-katastrophenschutz-wirksam-staerken
Die BVV beschloss auch den bündnisgrünen Antrag „Versorgung und Begegnung im Mühlengrund stärken“, der die Lebensqualität im Quartier steigern will. Das Bezirksamt ist aufgefordert, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Maßnahmen zur besseren Nahversorgung im Mühlengrund in Neu-Hohenschönhausen zu prüfen. Fokus ist die Ansiedlung einer Bäckerei, zusätzlich die Möglichkeit einer Apotheke. Grund ist die unzureichende Versorgung mit einem fußläufigen Angebot für rund 7.000 Bewohner*innen, das besonders für Ältere, Familien und mobilitätseingeschränkte Menschen wichtig ist.
Weitere Informationen im beschlossenen Antrag: https://gruene-fraktion-lichtenberg.de/bvv/antraege/news-detail/versorgung-und-begegnung-im-muehlengrund-staerken
Die BVV beschloss auch den Antrag „Transparenz und Beteiligung beim Bibliotheksstandort Neu-Hohenschönhausen“: Zum Ende des Jahrzehnts läuft der Mietvertrag für die Räumlichkeiten der Anna-Seghers-Bibliothek im Linden-Center aus. Da die Mietkosten im Vergleich zu anderen Standorten sehr hoch sind, wird das Bezirksamt ersucht, die Mietkosten zu senken. Zu diesem Zweck sollen auch neue Standorte in Hohenschönhausen geprüft werden. Der Prozess und die Ergebnisse sind der BVV gegenüber transparent zu machen. Ziel ist es, zu klären, welche Standorte in Hohenschönhausen potenziell in Frage kommen und unter welchen Voraussetzungen sie sich für eine Bibliotheksnutzung eignen.
Weitere Informationen im beschlossenen Antrag: https://gruene-fraktion-lichtenberg.de/aktuelles/news-detail/transparenz-und-beteiligung-beim-bibliotheksstandort-neu-hohenschoenhausen
Kategorie
Artikel | Bürgernähe, Verwaltung, öffentliche Ordnung | Grüne Erfolge | Offene Gesellschaft | Pressemitteilung | Wirtschaft und Finanzen