
20.03.26 –
Mit dem Projekt „Grüner Gleisbogen“ könnte in Alt-Hohenschönhausen öffentliches Grün für alle entstehen. Gelder vom Senat und und Fördermittel aus dem Bundes-Programm "Natürlicher Klimaschutz in Kommunen" sowie ein erstes Entwurfskonzept stehen bereit. Doch die anderen Fraktionen haben in der gestrigen Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einen bündnisgrünen Antrag zur Umsetzung des geplanten Projekts blockiert.
Mit ihrem Antrag „Grüner Gleisbogen: 3,5 Millionen Euro Fördergeld für einen neuen Park mit Natur- und Spielflächen jetzt nutzen“ hat die bündnisgrüne Fraktion zur Abstimmung gestellt, ob aus privat genutzten Flächen ein Park für alle wird. Dieser Antrag wurde durch die anderen Fraktionen nicht unterstützt oder direkt abgelehnt. Philipp Ahrens, Vorsitzender sowie Sprecher für Klima-, Natur-, Umwelt-, Tierschutz und öffentliches Grün der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt dazu:
„Die Nutzungen auf dem Gelände sind aktuell vielfältig: verwunschene Gärten, öde Rasenflächen, Gemüsegärten, Pools, Lagerplätze für Altmetall und Baumaterialien, Stellplätze für Autos und Anhänger. Gärten, die sehr gut ausgestattet sind für eine Gartenparty – das Interesse an jeder dieser Nutzungen kann ich auf persönlicher Ebene nachvollziehen. Als BVV hatten wir nach Gesprächen mit den Pächter*innen aber bereits eine Lösung gefunden: Die Kündigung der Pachtflächen sollte erst dann ausgesprochen werden, wenn tatsächlich eine konkrete Umsetzung geplant ist.
Und jetzt wird es eben konkret: Die Fördergelder sind da, 3,5 Millionen Euro. Ein erstes Entwurfskonzept liegt vor. Wir stehen als Bezirksverordnete jetzt vor der Entscheidung, ob Flächen mit öffentlichem Geld angekauft werden und dann in einer rein privaten Nutzung verbleiben. Oder ob wir die Flächen allen zugänglich machen und dabei noch mehr Natur auf die Flächen bringen. Nach den vorliegenden Plänen sollen insgesamt 3000qm² entsiegelt und neue Bäume gepflanzt werden. Auch das benachbarte Naturschutzgebiet Fauler See profitiert, wenn sich die reine Erholungsnutzung aus dem Naturschutzgebiet in die Grünfläche am Rand verlagert.“
Doch durch die Ablehnung des bündnisgrünen Antrags ist das Projekt „Grüner Gleisbogen“ jetzt gefährdet, denn der Senat wird nur Gelder für den Ankauf der Flächen von der Niederbarnimer Eisenbahn NEB zur Verfügung stellen, wenn dort öffentliches Grün geschaffen wird. Auch die Fördergelder von der KfW-Bank aus dem Programm „NKK – Natürlicher Kilamschutz in Kommunen“ können nur abgerufen werden, wenn die Maßnahmen auf einer öffentlichen Grünfläche umgesetzt werden.
Besonders der soziale Aspekt dieses Projekts ist für Philipp Ahrens entscheidend: „So eine Grünfläche mit Spielplatz, wie sie am Grünen Gleisbogen geplant ist, zieht Menschen aus dem Umkreis an. Wir sind hier im Herzen von Alt-Hohenschönhausen. Im Umfeld leben tausende Menschen in Wohnungen, ohne Zugang zu einem privaten Garten. Diese Menschen brauchen öffentliches Grün in ihrer Nachbarschaft, wo sie Zeit verbringen können, sich erholen, spielen, Sport machen oder sich ins Gras legen können. Der Zugang zu Parks ist eine ganz zentrale soziale Frage und deswegen stehen wir zu dem Plan, hier Flächen zu schaffen, die für alle zugänglich sind.“
Durch die Ablehnung des Antrags durch die Fraktionen von CDU, LINKE und SPD könnten am Ende alle verlieren, denn auch die Zukunft der Flächen als private Pachtgrundstücke ist alles andere als sicher: Nicht alle aktuellen Nutzungsarten sind laut Bezirksamt legal.
Weitere Informationen im Antrag: https://gruene-fraktion-lichtenberg.de/bvv/antraege/news-detail/gruener-gleisbogen-35-millionen-euro-foerdergeld-fuer-einen-neuen-park-mit-natur-und-spielflaechen-jetzt-nutzen
Informationen zum Projekt Grüner Gleisbogen: https://gruppef.com/projekt/gruener-gleisbogen/
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Artikel | Bürgernähe, Verwaltung, öffentliche Ordnung | Klimaschutz, Umwelt, Grünflächen | Pressemitteilung | Wirtschaft und Finanzen