14.09.26 –
Vorgang: KA/1263/IX
Das Bezirksamt wurde um folgende Auskunft gebeten:
Die Bedarfe von FLINTA* wurden im gesamten Interessenbekundungsverfahren berücksichtigt. Die Bewertungsmatrix sah ausdrücklich einen intersektionalen Ansatz und die Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenslagen, unter anderem im Hinblick auf Migration, LSBTIQ* und Alter, vor. Zudem wurde durch die Zusammensetzung der Jury eine queer- und diversitätssensible Fachperspektive einbezogen.
Im Konzept des ausgewählten Trägers wurde die FLINTA*-Perspektive ausdrücklich berücksichtigt. Der Träger verfügt zudem über intensive Kontakte und Kooperationen mit Einrichtungen und Trägern, die auf unterschiedliche FLINTA*-Zielgruppen spezialisiert sind. Diese Vernetzung wurde bei der Bewertung des Konzepts berücksichtigt.
Die Jury setzte sich aus vier Personen mit unterschiedlichen, für die Bewertung der eingereichten Konzepte relevanten, fachlichen und politischen Perspektiven zusammen:
• Diversity- und Queerbeauftragte des Bezirks: brachte insbesondere die queer- und diversitätssensible Perspektive in das Auswahlverfahren ein. Dies war vor dem Hintergrund der vorgesehenen Ausrichtung des Frauenzentrums auf FLINTA* von besonderer Bedeutung, da neben Angeboten für Frauen auch die Bedarfe weiterer von patriarchalen Strukturen und Gewalt betroffener Personen berücksichtigt werden sollten.
• Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks: war aufgrund ihrer fachlichen Zuständigkeit für die Gleichstellungsarbeit und die inhaltliche Entwicklung des Frauenzentrums maßgeblich in die Vorbereitung des Verfahrens eingebunden. Die fachlichen Vorbereitungen, Abstimmungen und konzeptionellen Überlegungen zur Umsetzung des Frauenzentrums erfolgten federführend über die Gleichstellungsbeauftragte. In die Jury brachte sie insbesondere ihre Expertise in den Bereichen Gleichstellung, geschlechtsspezifische Gewalt, frauenpolitische Arbeit sowie die fachlichen Anforderungen an ein Frauenzentrum ein. Darüber hinaus war die Berücksichtigung der im BVV-Beschluss vorgesehenen Ausrichtung des Angebots auf FLINTA* ein wesentlicher Bestandteil der fachlichen Perspektive. Ebenso wurden die Sichtweisen der Ausschussmitglieder, die in persönlichen Gesprächen oder im Zuge der Ausschusssitzungen ausgetauscht wurden, in der Ausschreibung und Schwerpunktsetzung berücksichtigt.
• Mitglied des Frauenbeirats Lichtenberg: ergänzte die Jury mit einer zivilgesellschaftlich eingebundenen und vom Verfahren unabhängigen Perspektive. Dadurch konnten auch Erfahrungen und Einschätzungen aus der bezirklichen frauenpolitischen Arbeit in die Bewertung einfließen.
• Bezirksbürgermeister: war bereits im Vorfeld des Interessenbekundungsverfahrens eng in die Entwicklung und Abstimmung des Vorhabens eingebunden. Die wesentlichen bisherigen Absprachen und politischen Abstimmungen zur Umsetzung des Frauenzentrums erfolgten unter seiner Einbindung. Als Mitglied der Jury brachte er daher neben der politischen Perspektive auch seine Kenntnis der mit dem Vorhaben verbundenen bezirkspolitischen Zielsetzungen ein.
Durch die Zusammensetzung der Jury wurden somit gleichstellungs-, frauenpolitisch sowie queer- und diversitätssensible Fachperspektiven mit einer unabhängigen zivilgesellschaftlichen und einer politischen Perspektive verbunden. Dies ermöglichte eine breit aufgestellte fachliche Bewertung der eingereichten Konzepte, insbesondere im Hinblick auf die im BVV-Beschluss vorgesehene Ausrichtung des Angebots auf FLINTA*.
Kategorie
Anfrage | Arbeit, Soziales, Gesundheit | Offene Gesellschaft