BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüne Fraktion Berlin-Lichtenberg

Wenn die Folgen des Klimawandels mehr zu spüren sind, als gesund ist: Senat muss Bezirke jetzt beim Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner unterstützen!

25.06.26 –

Aktueller Vorgang: DS/2110/IX

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

 

Das Bezirksamt wird ersucht, sich gegenüber dem Senat dafür einzusetzen, dass dieser Gelder bereitstellt, um die steigende Zahl von Einsätzen gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) in den Bezirken zu finanzieren und somit die gravierende Gefahr auch für die Zukunft zu bannen. Alternativ soll der Bezirk beim Senat erwirken, dass die Ausgaben im Zusammenhang mit der Bekämpfung des EPS über die Basiskorrektur ausgeglichen werden.

 

Um den Eichenprozessionsspinner konsequent zu bekämpfen, ist es hilfreich, wenn er als Gesundheitsproblem und nicht als Pflanzenschutzthema bewertet wird. Daher soll der Bezirk auf den Senat einwirken, um den EPS offiziell als Gesundheitsproblem einzustufen.

 

Für die nächste Saison soll vom Senat in Abstimmung mit den Bezirken ein berlinweites Präventionskonzept mit konkreten Maßnahmen eingefordert werden, das auch finanziell unterlegt ist, damit die Bezirke es umsetzen können.

 

Begründung:

Die durch die Haare der Eichenprozessionsspinner-Raupe ausgehenden Gefahren sind bekannt. Dazu gehören unter anderem Haut- und Schleimhautreizungen, Schwindel, Fieber, Müdigkeit und allergische Schocks. Auch Hunde und Katzen sind gefährdet. Ein massiver Befall bedeutet für Menschen, die im direkten Wohnungsumfeld durch den EPS betroffen sind, Einschränkungen und Gesundheitsgefahren. Betroffene Bereiche in Grünanlagen, Kitas, auf Schulhöfen, Spielplätzen oder in Sportanlagen können von der Öffentlichkeit nicht mehr genutzt werden. Oft sind Orte betroffen, die gerade von Kindern genutzt werden. Dabei sind die gesundheitlichen Folgen für Kinder besonders schwerwiegend.

 

Das Ausmaß des Problems ist dieses Jahr besonders groß und hängt auch mit den Folgen der Klimakrise zusammen. Daher ist zu erwarten, dass das Problem in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Die bezirklichen Haushalte werden durch die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen zu stark belastet. Eine akute Hilfe durch den Senat ist daher zwingend notwendig.

 

Der Senat hat für den 17.06.2026 ein Krisentreffen zum EPS angekündigt. Mit diesem Treffen war die Erwartung verbunden, dass die Bezirke konkret und tatkräftig bei der Gefahrenabwehr durch den EPS unterstützt werden. Die Ergebnisse des Treffens beschränken sich jedoch im Wesentlichen auf Hinweise, die von vielen Bezirken als nicht hilfreich wahrgenommen werden, wie beispielsweise die Bereitstellung von Listen mit Fachfirmen durch den Senat. Das Ergebnis des Krisentreffens bleibt damit weit hinter den Erwartungen zurück und ist nicht ausreichend. Es ist nicht erkennbar, dass die Bezirke in die Lage versetzt werden, die Gefahren durch den EPS jetzt schnell zu beseitigen.

 

Perspektivisch soll durch ein gut durchdachtes Präventionskonzept die Problematik eingedämmt, Gefahren für die Bevölkerung reduziert und die bezirklichen Haushalte entlastet werden.

Kategorie

Antrag | Arbeit, Soziales, Gesundheit | Klimaschutz, Umwelt, Grünflächen

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