BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüne Fraktion Berlin-Lichtenberg

Gemeinsamer Antrag mit den Fraktionen SPD und Die Linke

Queere Projekte in Lichtenberg dauerhaft absichern - Schutz, Sichtbarkeit und Teilhabe stärken

17.09.26 –

Vorgang: DS/2163/IX

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen: 
Die Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg ersucht das Bezirksamt, queere Projekte, Beratungs- und Begegnungsangebote im Bezirk auch künftig verlässlich abzusichern und ihre Arbeit als Bestandteil der bezirklichen Daseinsvorsorge, Demokratieförderung, Antidiskriminierungsarbeit und  
Gewaltprävention anzuerkennen. 
Das Bezirksamt wird insbesondere ersucht, sich auf Bezirks- und Landesebene dafür einzusetzen, dass bestehende queere Strukturen in Lichtenberg finanziell, räumlich und personell gesichert und bei  
Bedarf ausgebaut werden.  
Das Bezirksamt wird zudem ersucht gegenüber dem Land Berlin deutlich zu machen, dass verlässliche mehrjährige Förderperspektiven notwendig sind, damit Projekte Planungssicherheit erhalten, Fachkräfte halten und ihre Angebote kontinuierlich weiterentwickeln können. 


Begründung: 
Lichtenberg ist ein vielfältiger Bezirk. Queere Menschen, Regenbogenfamilien, Jugendliche, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Migrationsgeschichte und viele weitere Lichtenberger*innen brauchen Orte, an denen sie Beratung, Begegnung, Schutz, Selbstbestärkung und Unterstützung finden. Queere Projekte leisten hierfür unverzichtbare Arbeit: Sie beraten in persönlichen  
Krisen, unterstützen Familien, stärken junge Menschen, schaffen Sichtbarkeit im öffentlichen Raum,  
sensibilisieren Fachkräfte und wirken Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt entgegen. 
Gleichzeitig verschärft sich die Lage für queere Menschen. Bundesweite Lagebilder und Statistiken zeigen seit Jahren einen deutlichen Anstieg queerfeindlicher Hasskriminalität. Das Bundeskriminalamt und das Bundesinnenministerium verweisen auf eine besorgniserregende Entwicklung, auf einen hohen Anteil an Beleidigungen, Bedrohungen, Nötigungen, Volksverhetzungen und Gewalttaten sowie auf ein erhebliches Dunkelfeld, weil viele Betroffene Übergriffe nicht anzeigen. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD im Juli 2026 haben Berliner Landespolitik, Bundesregierung und Vertreter*innen der queeren Community erneut betont, dass Schutz, Prävention, Strafverfolgung, Meldestrukturen und  
verlässliche Förderung queerer Beratungsinfrastrukturen gestärkt werden müssen. 
Solidarität darf sich nicht auf symbolische Gesten beschränken. Wer queeres Leben schützen will, muss die Strukturen sichern, die im Alltag Schutz, Beratung, Teilhabe und Sichtbarkeit ermöglichen. Gerade  
in Zeiten zunehmender Anfeindungen sind verlässliche Projektförderungen, stabile Räume und haupt- wie ehrenamtliche Ansprechpersonen Voraussetzungen dafür, dass queere Menschen nicht allein gelassen werden. 
Die BVV Lichtenberg bekräftigt deshalb: Queere Projekte sind keine freiwillige Kürzungsmasse, sondern ein notwendiger Bestandteil einer demokratischen, sozialen und diskriminierungssensiblen  
Bezirksentwicklung. Die Sicherung und Weiterentwicklung dieser Angebote ist ein Beitrag zu Sicherheit, Zusammenhalt und gleichberechtigter Teilhabe aller Menschen in Lichtenberg.

Kategorie

Antrag | Arbeit, Soziales, Gesundheit | Offene Gesellschaft

Unsere Flyer:

Zum Herunterladen einfach anklicken.

Soziale Medien

Nach oben