20.04.26 –
Aktueller Stand: DS/2022/IX
Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, sich gemeinsam mit dem Frauenbeirat für den Aufbau eines Angebots der „Täterarbeit häusliche Gewalt“ (TäHG) im Bezirk Lichtenberg einzusetzen. Dabei soll auch geprüft werden, inwieweit eine Umsetzung über den Senat unterstützt oder ermöglicht werden kann.
Begründung:
Die Fälle häuslicher Gewalt nehmen seit Jahren zu, auch in Berlin. Dieser Anstieg zeigt deutlich, dass bestehende Schutz- und Interventionsangebote nicht ausreichen, um Gewalt frühzeitig zu stoppen und Betroffene wirksam zu schützen.
Täterarbeit ist ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Gewaltschutzsystems. Sie setzt direkt bei den gewaltausübenden Personen an, fördert Verantwortungsübernahme und hilft, erneute Gewalt zu verhindern. Fachlich gut aufgestellte Programme reduzieren Rückfallrisiken nachweislich und entlasten damit auch die Hilfestrukturen für Betroffene.
In Berlin ist das Angebot der „Täterarbeit häusliche Gewalt“ jedoch unzureichend ausgebaut. Besonders in Lichtenberg besteht eine deutliche Versorgungslücke: Es gibt kein eigenes TäHG-Angebot, und vorhandene Programme in anderen Bezirken sind stark ausgelastet. Dadurch gehen wichtige Interventionsmöglichkeiten verloren.
Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, sollte sich das Bezirksamt gemeinsam mit dem Frauenbeirat für die Schaffung eines TäHG-Angebots in Lichtenberg einsetzen und hierfür auch die Unterstützung der Landesebene bzw. des Senats einholen.
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